Bundestagswahl 2017: Darum sollten Sie hingehen

Am 24. September 2017 ist Bundestagswahl. Jeder volljährige Bundesbürger darf wählen gehen – und sollte das auch tun. Denn freie Wahlen sind keine Selbstverständlichkeit. Das zeigen diese 10 Fakten rund um das Wahlrecht früher und heute. 

Hand füllt Stimmzettel mit Erst- und Zweitstimme aus
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Zweitstimme entscheidet die Wahl:
Die Hälfte der insgesamt 598 Sitze im Bundestag wird direkt mit den Kandidaten besetzt, die in ihrem Wahlkreis jeweils die meisten Erststimmen errungen haben (Direktmandat). Den Ausgang der Wahl bestimmt allerdings die Zweitstimme. Sie entscheidet über die Mehrheitsverhältnisse im Parlament – also darüber, wie viele der insgesamt 598 Sitze im Bundestag jeweils einer Partei zustehen.  

Gruppen von Halmakegeln in verschiedenen Farben, ein einzelner blauer Kegel
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Bunte Parteien-Vielfalt
Kennen Sie die PDV (Partei der Vernunft)? Die PBC (Partei Bibeltreuer Christen)? Oder die Violetten? Insgesamt 48 zum Teil sehr kleine Parteien sind zur Bundestagswahl 2017 zugelassen. Sitze im Bundestag bekommt allerdings nur, wer mindestens 5 Prozent der Zweitstimmen oder drei Direktmandate erhält.

Frankfurter Paulskirche beleuchtet
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Frankfurter Nationalversammlung
Die Nationalversammlung, die ab Mai 1849 ein Jahr lang in der Frankfurter Paulskirche tagte, war das erste deutsche Parlament mit gewählten Vertretern und verschiedenen Parteien. 

Waage neigt sich zu der Seite, in der ein einzelner Mann mit Geldsack sitzt
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Reiche im Vorteil?
Egal, ob Hartz IV-Empfänger oder Millionär, Student oder Rentner, Mehrfach-Mutter oder kinderloser Single – jede Stimme zählt gleich viel. Das war nicht immer so: Das Preußische Dreiklassenwahlrecht (1849 – 1918) unterteilte die Wahlberechtigten nach ihrem Steueraufkommen in unterschiedlich einflussreiche Abteilungen. 

Frau in Wahlkabine füllt Stimmzettel aus
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Wahlrecht für Frauen
Heutzutage ist es selbstverständlich, dass Frauen wählen oder Deutschland von einer Bundeskanzlerin regiert wird. Tatsächlich wurde das Wahlrecht für Frauen in vielen Ländern Europas erst im 20. Jahrhundert eingeführt: in Deutschland 1918, in der Schweiz sogar erst 1971! 

Teenager im Park machen Selfie
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Wahlrecht ab 16:
Um bei der Bundestagswahl am 24. September 2017 abzustimmen, muss man mindestens 18 Jahre alt sein. Bei Landtags- und Kommunalwahlen dürfen Jugendliche allerdings in mehreren Bundesländern, darunter Hamburg und Bremen, bereits ab 16 Jahren wählen. 

Berliner Mauer, im Hintergrund der Fernsehturm am Alex
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Demokratische Republik?
Auch in der DDR wurde alle fünf Jahre gewählt – allerdings stand das Ergebnis schon vorher fest, denn zur „Wahl“ stand nur eine Einheitsliste. Ein Regierungswechsel war nicht vorgesehen. Nicht an der Wahl teilzunehmen oder mit Nein gegen die Liste zu stimmen, konnte negative persönliche Folgen haben.  

Leerer Plenarsaal des Deutschen Bundestags in Berlin
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Dem Parlament bei der Arbeit zuschauen
Der Plenarsaal des Deutschen Bundestags mit debattierenden Abgeordneten ist regelmäßig live im Fernsehen zu sehen. Sie können aber auch persönlich bei einer Sitzung in Berlin dabei sein. Termine und Anmeldemöglichkeiten finden Sie unter www.bundestag.de.

Fächer aus 500-Euro-Scheinen
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9.541,74 Euro-Diät
Die monatliche Aufwandsentschädigung eines Bundestagsabgeordneten wird als Diät bezeichnet. Aktuell beträgt sie 9.541,74 Euro. Dazu kommt noch eine steuerfreie Kostenpauschale von rund 4.300 Euro. Nicht gerade ein Hungerlohn – allerdings ist Volksvertreter auch ein Fulltime-Job mit viel Verantwortung.
 

Terminkalender mit Eintrag: Sonntag zum Wählen gehen
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Partei der Nichtwähler vorne
Mehr als 90 Prozent der Wahlberechtigten machten bei der Bundestagswahl 1972 ihr Kreuzchen, doch seitdem geht es mit der Wahlbeteiligung stetig abwärts. 2013 lag sie nur noch knapp über 70 Prozent. Gäbe es die „Partei der Nichtwähler“ käme die also auf fast 30 Prozent. Da sie aber nicht existiert: Gehen Sie lieber wählen!
 

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