BU-Leistungsanträge - darauf solltest Du achten.

Die Leistungsquote - also das Verhältnis von anerkannten zu eingereichten BU-Leistungsanträgen - betrug laut Gesamtverband der deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) im Jahr 2014 77 Prozent. 23 Prozent der Leistungsanträge waren also nicht erfolgreich. Nicht selten landen diese Streitfälle vor Gericht. Doch warum scheitern so viele Leistungsanträge? Und was können Verbraucher unternehmen?

Auch hier lohnt sich der Blick in die Statistik. Laut einer Studie des renommierten Analysehauses "Morgen & Morgen" aus dem Frühjahr 2017 ist mit 35 Prozent der am häufigsten genannte Ablehnungsgrund, dass der Kunde nicht reagiert bzw. den Leistungsantrag nicht weiterverfolgt. Das bedeutet, dass jeder dritte Kunde auf die Leistung selbst verzichtet. Lassen Sie sich nicht vorzeitig abschrecken, denn Ihre Chancen stehen gut. Etwas mehr als die Hälfte aller Streitigkeiten, die vor Gericht landen, werden zugunsten der Kunden entschieden.

Der zweithäufigste Grund für die Nichtleistung der Versicherer, ist der Grad der Berufsunfähigkeit. Ist die versicherte Person zu höchstens 50 Prozent in der Lage, ihren bisherigen Beruf auszuüben, dann gibt es auch eine Leistung. In den meisten Fällen reicht ein ärztliches Gutachten des behandelnden Arztes aus, in dem das Krankheitsbild genau beschrieben wird. Darüber hinaus sollte Ihnen der Arzt bescheinigen, dass Sie nur noch die Hälfte der für Ihre Arbeit relevanten Aufgaben erledigen können.

Jede elfte Ablehnung (9 Prozent) ist darauf zurückzuführen, dass Kunden gegen die vorvertragliche Anzeigepflicht verstießen. Sobald der Versicherungsnehmer bei Vertragsabschluss die Gesundheitsfragen nicht wahrheitsgemäß beantwortet hat und der Grund der Berufsunfähigkeit in der verschwiegenen Krankheit liegt, hat der Versicherer aufgrund arglistiger Täuschung die Möglichkeit, vom Vertrag zurückzutreten. Sie sollten also bei Vertragsabschluss stets darauf achten, alle Fragen vollständig und wahrheitsgemäß zu beantworten. Einer Anfechtung aufgrund von Betrug (7,5 Prozent) können Sie so vorbeugen.

Erwähnenswert ist, dass über einen längeren Betrachtungszeitraum hinweg die Ablehnung aufgrund von Ausschlussklauseln oder aufgrund der konkreten bzw. abstrakten Verweisung immer weiter zurückgegangen ist und mittlerweile zusammen nur noch knapp 3,5 Prozent der Ablehnungsgründe ausmacht. Im Umkehrschluss heißt das, dass sich die Marktstandards kontinuierlich zum Vorteil des Kunden weiterentwickelt haben. Der Verzicht auf die abstrakte Verweisung ist heute Bestandteil einer jeden guten BU-Versicherung. Der Versicherer kann so seine Leistung nicht mehr verweigern, wenn die versicherte Person mit ihren gesundheitlichen Beschwerden noch einer anderen Tätigkeit nachgehen könnte.

Die Ratingbewertungen von "Morgen & Morgen" zeigen, dass die Zahl der "5-Sterne-Berufunfähigkeitsversicherung" in den letzten zehn Jahren um knapp 300 Tarife gestiegen ist. Wenn Sie sich detaillierter informieren möchten, nutzen Sie die öffentlich zugänglichen Ratings der führenden Analysehäuser "Morgen & Morgen" oder "Franke & Bornberg"

Die Absicherung der eigenen Arbeitskraft ist elementar wichtig. Um den Ablehnungsgründen der Versicherer aus dem Weg zu gehen, nutzen Sie die Möglichkeit und informieren Sie sich hier

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