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Generation Y: Wieso, weshalb warum?

Die Generation Y (sprich „Why“ wie englisch: warum) stellt die Lebensentwürfe und Karrierewege ihrer Eltern infrage. Persönliche Ziele sind wichtiger als Titel. Spaß und Sinn gehen über Sicherheit; Glück über Gehalt. Als Bewerber treten die sogenannten Millennials selbstbewusst auf, denn sie sind die Gewinner des demografischen Wandels. 

Sie schicken lieber Sprachnachrichten, statt anzurufen. Drücken von absoluter Begeisterung bis zur vernichtenden Kritik alles per Emoji aus. Beziehen ihr Wissen vorzugsweise aus Youtube-Tutorials. Sie mögen weder Hierarchien noch feste Arbeitszeiten und richten ihre Büros trotz Hochschulabschluss am liebsten wie quietschbunte Spielzimmer ein – so das gängige Klischeebild der Generation Y, also der in etwa der Jahrgänge von 1980 bis 2000.

Bei vielen etablierten Unternehmen wecken die Millennials zwiespältige Gefühle: Einerseits sind sie als Digital Natives, aufgewachsen mit Internet und sozialen Medien, in klassischen Industrie- und Dienstleistungsbranchen heiß begehrt, um dort den digitalen Wandel voranzutreiben. Andererseits scheinen sie sich wenig aus klassischen Karrierewegen und althergebrachten Statussymbolen zu machen, gelten als postmaterialistisch und spaßorientiert, stets bereit, den Job für ein besseres Angebot zu wechseln.

Ein guter Chef muss motivieren
Doch auch wenn die Mitarbeiter der Generation Y anders ticken als ihre Eltern, sind sie verantwortungsbewusst und leistungsbereit. Das belegen zahlreiche Studien. So hat zum Beispiel das Karriereportal Absolventa herausgefunden, dass fast drei Viertel der Nachwuchskräfte gerne Führungsverantwortung übernehmen möchten. Nur rund jeder Vierte strebt eine Fachkarriere an und möchte lieber Spezialist als Chef werden.

Generatin Y Umfrage bezüglich Führungsstil

Dabei hat die Generation Y ganz konkrete Vorstellungen bezüglich Führungsstil: Von einem Vorgesetzten erwarten sie neben Entscheidungsstärke und Zielorientierung vor allem, dass er sie fördert und motiviert. Außerdem möchten sie aktiv in Entscheidungsprozesse eingebunden werden und Feedback bekommen.

Generation Y: Umfrage zu wesentlichen Karrieretreibern

Work-Life-Blend statt Work-Life-Balance
Bestens vernetzt und in Schule und Studium darauf getrimmt, ist ein Großteil der Millennials Meister der Projektarbeit. Auf der Suche nach Sinn und Selbstverwirklichung engagieren sich dabei viele über den Job hinaus auch in persönlichen Projekten. Arbeit und Privatleben – für die ältere Generation oft noch strikt getrennt – verschmelzen für den Nachwuchs zunehmend. Private Angelegenheiten werden ganz selbstverständlich während der Arbeitszeit geregelt, umgekehrt wird bei Bedarf auch ohne Murren in der Freizeit gearbeitet. Smartphone und Cloudservices machen es möglich. Die Deutschen Gesellschaft für Personalführung hat dafür bereits einen griffigen Namen: Statt Work-Life-Balance geht es heute zunehmend um Work-Life-Blend, sprich die Vermischung beider Bereiche.

Für immer frei?
Der demografische Wandel und der damit verbundene Fachkräftemangel spielen der Generation Y in die Hände. Am Arbeitsmarkt können die digital-affinen, gut ausgebildeten Bewerber selbstbewusst auftreten und ihre Wünsche nach flexiblen Arbeitsmodellen, Mitsprache und eigenverantwortlichem Arbeiten auch als Vollzeitangestellte zunehmend durchsetzen. Viele zieht es allerdings nach wie vor zu Start-ups oder in die Selbstständigkeit, also zu Karriereoptionen, die für Freiheit und Selbstbestimmung stehen. Für diejenigen, die unternehmerischen Handlungsspielraum mit der Sicherheit einer Festanstellung verbinden möchten, ist vielleicht eine Karriere in der Finanzberatung das Richtige. Also, gleich mal informieren! 

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