Die dunkle Jahreszeit beginnt: Hochsaison für Langfinger

Eine Forsa-Umfrage im Auftrag des GDV aus dem Jahr 2017 ergab, dass Menschen das Risiko eines Einbruchs als insgesamt sehr hoch einschätzen. Jeder Dritte hat Angst vor Langfingern. Das persönliche Risiko wird hingegen von vielen unterschätzt. Fast die Hälfte der Befragten sagt, bei ihnen sei wenig zu holen und es gäbe interessantere Objekte. Jeder Dritte wähnt sich durch seine Wohnlage in Sicherheit. Dieser Verdrängungsmechanismus ist gefährlich. Denn jeder kann Opfer werden.

Im Fall der Fälle kommt die Hausratversicherung für Einbruchschäden auf. Viele Objekte sind mitversichert, allerdings ohne dass Verbraucher dies wissen. Betroffene zeigen den Diebstahl deshalb beim Versicherer häufig gar nicht erst an. Ein großer Fehler. Denn wussten Sie, dass auch der Rollstuhl oder der Kinderwagen im Treppenaufgang einer Mietswohnung oder der Grill im Garten in manchen Versicherungspolicen mitversichert sind? Oder dass Ihr Hab und Gut auch im Urlaub oder bei einem Krankenhausaufenthalt abgesichert ist? Oder dass Ihre Police sowohl den Inhalt Ihres Kraftfahrzeugs als auch Ihr Fahrrad abdecken kann? Achten Sie vor Vertragsabschluss darauf, dass manche Anbieter z.B. den Diebstahl der Sonnenbrille oder des Handys aus Ihrem Auto, oder von Fahrrädern zwischen 22 und sechs Uhr ausschließen. Diese Liste kann man fortsetzen und Rat weiß oft nur der Experte. Lassen Sie sich also beraten.

Hausratversicherung: Verzicht auf grobe Fahrlässigkeit aufnehmen

Haben Sie sehr wertvolle Gegenstände im Haus wie beispielsweise Gemälde oder eine Briefmarkensammlung, dann sprechen Sie dies vor Vertragsabschluss bei Ihrem Berater an. In der Regel sind wertvolle Gegenstände nur gedeckelt mit bis zu tausend Euro mitversichert. Kommt später noch etwas dazu, können Sie es in den meisten Fällen nachversichern lassen.

Selbständige sollten die teilgewerbliche Nutzung Ihrer privaten Räumlichkeiten explizit angeben, da eine Absicherung regulär nicht gewährleistet ist. Eventuell müssen Auflagen des Versicherers wie zum Beispiel die Beschaffung eines Safes für wertvolle Unterlagen oder Bargeld erfüllt werden.

Wer auf Nummer sicher gehen möchte, sollte in seiner Police den Verzicht auf grobe Fahrlässigkeit mit aufnehmen. Diese lohnt sich nicht nur bei Einbruch, sondern beispielsweise auch bei Feuer. Zwar steigt der Beitrag um rund zehn Prozent, dafür kommt die Versicherung auch dann für Schäden auf, wenn etwa die Wohnungstür nicht abgeschlossen, der Adventskranz bei Abwesenheit in Flammen aufging oder ein Fenster auf Kipp war.
Ein weiterer Punkt: Um der Gefahr einer Unterversicherung zu entgehen, sollte gemeinsam mit einem Berater eine Versicherungssumme pro Quadratmeter Wohnfläche ermittelt werden. Wichtig hierbei: Eine Hausratversicherung entschädigt zum Neuwert. Dies bedeutet, der alte, einstmals teure Drahtesel kann bei der Entschädigung schnell wieder über tausend Euro wert sein. Beachten Sie dies bei der Wertermittlung.

Generell gilt: Fotografieren Sie alles in Ihrem Haushalt, was wertvoll ist und archivieren Sie Rechnungen an einem separaten Ort. Zeigen Sie alle Schäden an. Bei Unsicherheit kontaktieren Sie Ihren Berater.

Quellenangaben:
GDV: http://www.gdv.de/2017/10/zahl-der-einbrueche-steigt-im-winter-um-40-prozent/, abgerufen am 27.10.2017

Versicherungsbote: https://www.versicherungsbote.de/id/4853636/Einbruch-Hausratversicherung-GDV-Statistik/, abgerufen am 27.10.2017

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