Hund und Vollzeitjob – geht das?


Liebe, Treue, Spaß, Bewegung und viel frische Luft – viele gute Gründe sprechen dafür, sich einen Hund anzuschaffen. Eine 40-Stunden-Woche im Büro dagegen weniger. Wie es trotzdem klappen kann, Hundeglück und berufliche Verpflichtungen miteinander zu vereinbaren.

Mit Hund zur Arbeit – was für viele Hundebesitzer noch wie ein Traum klingt, gehört in immer mehr Unternehmen bereits zum Arbeitsalltag: „Hier bei Fressnapf gibt es rund 60 bis 80 Hunde, die regelmäßig mit ins Büro kommen“, berichtet zum Beispiel Tim Stevens. Er und sein holländischer Hütehund Checkers verbringen den Arbeitstag gemeinsam in der Krefelder Zentrale der europaweit tätigen Fachhandelskette für Tiernahrung und Tierbedarf. Aber auch Google, Xing, das Arbeitgeber-Bewertungsportal Glassdoor sowie eine Vielzahl kleinerer Unternehmen erlauben Hunde am Arbeitsplatz. Eine Liste und persönliche Erfahrungsberichte, darunter auch der von Tim Stevens, hat der Bundesverband Bürohund auf seiner Website zusammengestellt.

Gut für Image & Betriebsklima
Tatsächlich spricht aus Arbeitgebersicht einiges für Bello & Co im Büro: Hunde können Studien zufolge dazu beitragen, den Stresslevel zu senken und das Betriebsklima zu verbessern. Außerdem gelingt es oft, Mitarbeiter enger zu binden und sich als attraktiver Arbeitgeber zu profilieren: „Hundefreundliche Unternehmen sind ,in‘ und lassen bereits von außen betrachtet eine bestimmte positive Geisteshaltung in der Unternehmensphilosophie erkennen“, sagt Marcus Beyer. Der Berliner Hundetrainer ist Gründer und Vorstand des Bundesverbandes Bürohund.

So überzeugen Sie den Chef
Wenn Sie also überlegen, sich einen Hund anzuschaffen oder wenn Sie bereits einen Hund haben, den Sie künftig mitbringen möchten, sollten Sie Ihren Chef und die Kollegen auf die positiven Aspekte eines Bürohundes ansprechen. Damit der Einstieg und die „Zusammenarbeit“ reibungslos klappen, beachten Sie am besten die folgenden Spielregeln: 

Mann in Freizeitkleidung liegt auf dem Boden und spielt mit Hundewelpen im Freien
  1. Ihr Hund sollte gut erzogen und freundlich im Umgang sein. Er kann im Büro auch mal alleine bleiben und stört die Kollegen nicht durch permanentes Winseln oder Bellen.
  2. Der Hund ist gesund, geimpft, floh- und wurmfrei.
  3. Sie haben eine Tierhalterhaftpflichtversicherung.
  4. Ihre Kollegen sind einverstanden und haben keine Allergie oder Angst vor Hunden.
  5. Treffpunkte wie Meetingräume, Kantine, Teeküche sind tabu (Hygiene, Allergiegefahr für externe Besucher).
  6. Sie nehmen Rücksicht und achten sorgfältig auf Sicherheit und Sauberkeit (z. B. Näpfe sauber halten, Pfoten am Eingang putzen, Hundehaare oder Schmutz beseitigen, Hund außerhalb des Büros anleinen).
  7. Ihre Arbeit leidet nicht unter dem Hund. Sie können z. B. trotzdem Meetings oder Außentermine wahrnehmen und arbeiten bei Bedarf nach, wenn Sie während der Arbeitszeit Gassigehen.

Der Arbeitgeber entscheidet
Wichtig zu wissen: Einen Rechtsanspruch auf das Mitbringen von Hunden gibt es nicht. Ob Sie Ihren Hund mit ins Büro bringen dürfen, liegt allein im Ermessen Ihres Arbeitgebers. Der Chef darf seine Erlaubnis bei Bedarf auch jederzeit wieder zurückziehen. Zudem passt nicht jeder Job mit einem Hund zusammen, beispielsweise, wenn Sie oft Kunden empfangen oder viele Geschäftsreisen und Außentermine wahrnehmen müssen. Wer dennoch nicht auf einen vierbeinigen Freund verzichten möchte, muss eine zuverlässige Betreuung für seinen Liebling organisieren. 

Hundesitter geht mit vielen Hunden an der Leine spazieren

So finden Sie einen Hundesitter
Vielleicht gibt es jemanden in der Nachbarschaft, der Ihren Hund tagsüber zu sich nimmt oder regelmäßig Gassi geht? Auch per Zeitungsanzeige, Aushang im Supermarkt oder im Internet – beispielsweise bei ebay-Kleinanzeigen – bieten private Hundesitter ihre Dienste an. Eine gute Möglichkeit sind Online-Portale wie pawshake.de, betreut.de oder holidog.de. Hier können Sie gezielt Preise und Bewertungen der verschiedenen Gassigeher und Hundebetreuer vergleichen und online Ihren Wunsch-Hundesitter buchen. Tipp: Die Kosten für die Betreuung können Sie bis zu einem gewissen Umfang als haushaltsnahe Dienstleistung steuerlich absetzen. Voraussetzung dafür ist, dass Ihr Hundesitter zu Ihnen nach Hause kommt.

Erstmal probeweise schnuppern
Wer Hunde liebt, sollte sich genau überlegen, ob er einem eigenen Tier zeitlich wirklich gerecht werden kann. Vielleicht gibt es im Freundes- oder Bekanntenkreis Hunde, die Sie gelegentlich am Wochenende oder im Urlaub betreuen können. In vielen Gemeinden gibt es auch die Möglichkeit, als Gassigeher im Tierheim auszuhelfen. Die Hunde dort werden es Ihnen garantiert danken!   

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