Kristof unterwegs

Teil 6: Resumee

Wir haben Kristof, einen Berater von HORBACH, auf seiner 6-wöchigen Reise nach Brasilien begleitet, bei der er ein freiwilliges Praktikum im Rahmen des Global-Volunteer-Programms von AIESEC absolviert hat. In den letzten Teilen hat Kristof von seinen Erlebnissen erzählt. Nun erzählt er uns im Abschlussinterview wie er das Praktikum in Brasilien empfunden hat.

Arbeitsalltag Deutschland und Brasilien: Gemeinsamkeiten und Unterschiede

Insgesamt hätte der Arbeitsalltag in Brasilien sich kaum mehr von meinem Alltag in Deutschland unterscheiden können. Während ich dort sehr informell und in Flip Flops unterwegs war, trage ich hier Anzug und Glattlederschuhe. Zeitlich kann ich mir meine Arbeit in Deutschland frei einteilen, in Brasilien musste ich mich nach den Unterrichtszeiten richten. Die einzige Gemeinsamkeit ist, dass ich in beiden Ländern mit Menschen zusammengearbeitet habe.

Hat die Erfahrung dich persönlich weitergebacht?

Doch, das würde ich schon bejahen. Das ausgegebene Ziel war ja, dass ich nachher klüger bin als vorher. Allein schon durch die kulturellen Unterschiede sehe ich das als erfüllt. Dabei haben auch die Erfahrungen einen Mehrwert, die eher lästig waren. Die langen Busfahrten zum Beispiel haben mich dazu gebracht, meinen 10-minütigen Arbeitsweg in der klimatisierten Stadtbahn wieder schätzen zu lernen.

Bist du zufrieden, wie es gelaufen ist bzw. hat es sich für dich gelohnt? Wurden deine Erwartungen erfüllt?

Gelohnt hat es sich auf jeden Fall. Ich möchte die Erfahrungen, die ich gemacht und die Menschen, die ich vor Ort kennengelernt habe, nicht missen. Gegen meine Fortsetzung als Volunteer bei der Studentenorganisation spricht deren mäßig gute Koordination sowie die Sprachbarriere gegenüber den Schülern und den anderen Volunteers, die zu 99 Prozent aus anderen südamerikanischen Ländern stammen und größtenteils gar nicht oder nur sehr gebrochen Englisch sprechen konnten.

Was genau nimmst du von deinen Erfahrungen mit in dein Berufsleben?

Gründe für den Auslandsaufenthalt waren unter anderem, dass ich mich im Vergleich zu anderen schnell aus der Ruhe bringen lasse und sehr ungeduldig bin. Das kann insofern positiv sein, wenn es sich als „Gefühl für Dringlichkeit“ ausdrückt. Es ist allerdings eher hinderlich, wenn es darum geht, beispielsweise Praktikanten oder Werkstudenten einzuarbeiten. So musste ich mich in der Vergangenheit häufiger zusammenreißen, um diese nicht schon nach wenigen Minuten vom Laptop zu verscheuchen und es einfach schnell selbst zu machen. Jetzt habe ich mehr Toleranz und Verständnis für mein Gegenüber.

Was würdest du Leuten empfehlen, die auch so etwas machen möchten?

Ich kann ja nur auf Basis meiner Erfahrungen berichten, aber ich habe mich eines Abends einfach angemeldet, bevor ich wirklich darüber nachgedacht habe, was das eigentlich bedeutet. Dann lief der Prozess mehr oder weniger von selbst und irgendwann war die Geschichte soweit fortgeschritten, dass ein Rückzug nicht mehr möglich war. Das hat mir geholfen, weil ich es sonst wahrscheinlich vor mir hergeschoben hätte. Und das empfehle ich auch anderen, die so etwas machen möchten: Denkt nicht großartig darüber nach. Macht es einfach und bewerbt euch.

Und: Achtet darauf, welches die Unterrichtssprache ist und wie wahrscheinlich es ist, dass noch weitere Personen vor Ort sind, mit denen man kommunizieren kann. Ich hatte zwar auch so meinen Spaß, aber ich glaube, bei einer besseren Kommunikation hätte ich mich deutlich besser einbinden können.

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