Kristof unterwegs

Teil 1: Die Vorfreude!

„Alle Menschen sind klug – die einen vorher, die anderen nachher“, sagte bereits Voltaire. „Recht hat er“, sage ich, während ich mit meiner Ärztin telefoniere. „Wenigstens nachher klug“, denke ich mir. Aber alles der Reihe nach.

Wer bin ich? Was mache ich bei HORBACH?
Gestatten, Kristof Balke, 22 Jahre alt. Ich bin seit September 2016 als Berater bei HORBACH in Hannover tätig und sozusagen im Aufbruch für AIESEC nach Brasilien. Genau gesagt geht es in den Nordosten nach Fortaleza im Staat Ceará, in die Nähe des Äquators.

Bei dem eingangs erwähnten Telefonat mit meiner Ärztin ging es um die empfohlenen Impfungen. Nicht nur, dass die dort heimischen Erreger mich offenbar umbringen wollen, Passagen aus dem Wikipedia-Artikel* zu Fortaleza verheißen ebenfalls nichts Gutes. Dort stehen Sachen wie „speziell der Nordosten gehören zu den kriminellsten Regionen weltweit“ und „im ersten Halbjahr 2015 kam es im Staat Ceará im Durchschnitt zu 11,6 Tötungsdelikten pro Tag.“ Rosige Aussichten also. Bleibt nur zu hoffen, dass meine Mutter diesen Text nicht liest. Nur gut, dass auch ich erst dann mit der Recherche begonnen habe, als das Projekt schon stand – wenigstens nachher klug.  

Kristof unterwegs

Wie bin ich auf das Projekt gekommen und wie kam es überhaupt zu der Entscheidung?
Als wir mit HORBACH auf dem hiesigen Hochschulsportfest waren, habe ich mir am Stand von der Association Internationale des Etudiants en Sciences Economiques et Commerciales (kurz AIESEC) etwas zu essen geholt. Dabei wurde mir ein kleines Kärtchen mit einem catchy quote in die Hand gedrückt, auf dem irgendwas über „experience“ und „abroad“ stand. Abends schaute ich mir die Homepage an und wurde auf das Global Volunteer-Programm aufmerksam. Die Idee, im Ausland in einem Projekt an einem der Sustainable Development Goals zu arbeiten, gefiel mir sehr gut. Auswahlkriterien waren des Weiteren meine persönlichen Interessen sowie die Anforderungen des Projektes an die Teilnehmer. Bei „Climate Heroes Fortaleza“ passte einfach alles!

Was musste ich dafür vorbereiten?
Ehrlich gesagt: wenig. So wurden keine Portugiesisch-Kenntnisse gefordert, was mir sehr entgegen kam. Allerdings wunderte ich mich schon, wie ich in einem Projekt mit brasilianischen Kindern ausschließlich auf Englisch kommunizieren können sollte. Wie es sich herausstellte, wurden keine Sprachkenntnisse gefordert, jedoch im Selbststudium zu lernende Basics zur Kommunikation. Diese habe ich mir via Tutorials beigebracht.

Kristof Balke

Wie finanziere ich mir den Aufenthalt? Was passiert während meiner Abwesenheit mit meinen Kunden?
Organisatorisch kann ich meinen Aufenthalt aufgrund der Freiheiten und Vorteile, die ich bei HORBACH genieße, gut mit meiner Tätigkeit verbinden. So treffe ich meine Kunden und Kooperationspartner mit Gesprächsbedarf noch vor meiner Abreise und plane im Voraus mit allen bis nach meiner Rückkehr. Falls es dann doch einmal einen „Notfall“ gibt, können sich meine Kunden gerne an einen Kollegen wenden, der während meiner Abwesenheit eine dauerhafte Betreuung gewährleistet. In Verbindung mit der finanziellen Zuschuss, die ich von HORBACH für das Projekt bekomme, kann ich so sorgenfrei nach Südamerika reisen.

Was erwarte ich mir vom Aufenthalt?
Ich freue mich in erster Linie darauf, mich persönlich weiterzuentwickeln –sowohl durch die Arbeit mit Kindern in einer fremden Sprache und Kultur als auch durch die Beobachtungen vor Ort. Die Themen Klima und Umwelt interessieren mich seit jeher!

So schaue ich also gespannt auf ein Abenteuer, bei dem es sicherlich mehr als genug Möglichkeiten gibt, über den Tellerrand zu schauen und nachher klüger als vorher zu sein.

*Aufruf: 21.12. 11:00

Fotograf: Dennis Wisnia