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Unvergessliche Erlebnisse mit Tieren - Kuhkuscheln

Es gluckert. Wie einer dieser buddhistisch angehauchten Brunnen, die im Wartezimmer von Glutenberatern oder schicken Zahnarztpraxen stehen. So klingt auch das hart arbeitende, viel verzweigte Wiederkäu-Magensystem der Kuh, die sich gerade bedächtig im frisch eingestreuten Stall niedergelassen hat. Bis auf das Gluckern ist es völlig still, der Bauer sitzt diskret im halbdunklen Hintergrund auf einem Schemel und das Heu raschelt leise, als man sich langsam neben das Tier sinken lässt und vorsichtig die Hand an seine Erdbeerjoghurt-rosa Nase hält.

In den Niederlanden ist Kuhkuscheln (dort „Koe-Knuffelen“) längst eine beliebte Bauerhofaktivität, die viele Landwirte für Feriengäste oder interessierte Ausflügler anbieten. Auch in Deutschland gibt es inzwischen ungefähr ein Dutzend Höfe, auf denen Kühe beschmust werden dürfen. Oft gehört zum Rahmenprogramm auch ein Rundgang auf dem Hof und selbst gebackener Kuchen der Bäuerin. Die erste Berührung fällt überraschender aus, als man bei einem vermeintlich so vertrauten Tier erwarten würde. Ungewohnt warm ist das Fell: 39 Grad, also gut zwei Grad mehr als beim Menschen. Wenn die Kuh sich kuschelbereit ins Stroh legt und man sich mit dem ganzen Körper an ihren Glucksebauch schmiegt, fühlt sich das an wie eine Kreuzung aus wohliger Wärmflasche und weichem Hüpfburgkissen.

Nicht jede Kuh geht gern so nah auf Tuchfühlung mit fremden Zweibeinern – immerhin sind die Rinder trotz jahrhundertelanger Gewöhnung an den Menschen immer noch Fluchttiere. Darum werden für den Kuscheldienst nur die Exemplare ausgesucht, die den Kontakt sichtlich genießen – und auf den Menschen eine enorm beruhigende Ausstrahlung haben.

Kuhkuscheln

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Wie lange man sich an die Kuh kuschelt, ihre Stirnlöckchen krault und sich von ihrem warmen Atem anpusten lässt, ist schon nach kurzer Zeit kaum mehr zu sagen, so entschleunigend wirkt diese Begegnung. Viele Kuschelkuhbauern erzählen Geschichten von ängstlichen Kindern aus schwierigen Familienverhältnissen, die nach der Kuschelstunde anfingen, über ihre Probleme zu reden. Und von gehetzten Geschäftsmenschen, die auf dem warmen Kuhbauch besser entspannen konnten als auf dem luxuriösesten Wasserbett.

SISSY KUHKUSCHELN (Nümbrecht, Oberbergischer Kreis): 2 Stunden, 30 Euro, www.sissykuhkuscheln.de

BERGWALDHOF (Meinerzhagen, Sauerland): 1,5 Stunden Kuhseminar inklusive Kuscheln, 15 Euro pro Person, www.bergwaldhof-1.de

GISIBERG (Tenniken, Schweiz): 1,5 Stunden, 50 Franken pro Person,www.gisiberg.ch

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