Studium: So findet ihr den passenden Nebenjob

Eine größere Wohnung, ein eigenes Auto, ein teures Auslandssemester: gute Gründe, um sich während des Studiums etwas dazu zu verdienen. Nach Angaben des Deutschen Studentenwerks haben mehr als zwei Drittel der Studierenden heute einen Nebenjob. Die Mehrheit arbeitet, um sich etwas mehr leisten zu können oder weniger abhängig von den Eltern zu sein. Aber auch der Wunsch, praktische Erfahrungen zu sammeln und berufliche Kontakte zu knüpfen, sind oft genannte Motive.

Studierende mit Gedankenblasen, die verschiedene Nebenjobs zeigen

Bewerbung sorgfältig vorbereiten

Nicht erst beim Berufseinstieg, sondern auch bei der Suche nach dem passenden Nebenjob gilt: Gute Vorbereitung erhöht die Erfolgschancen. Folgende Punkte solltest du für dich selbst klären, bevor du die ersten Bewerbungen verschickst:

  •  Zeit: Wie viele Stunden könnt ihr pro Woche für den Nebenjob aufwenden, ohne dass das Studium leidet? Seid iIhr zeitlich flexibel oder an bestimmte Tage/Uhrzeiten gebunden? Wer bereit ist, Spät- oder Nachtschichten zu übernehmen (z. B. in Gastronomie, Pflege, Callcenter, Einzelhandel), kassiert zwar oft Zuschläge, dafür fällt aber das Lernen am nächsten Tag schwerer.

  • Beschäftigungsdauer: Je anspruchsvoller der Nebenjob, desto bessere Chancen haben Bewerber, die möglichst langfristig zur Verfügung stehen. Wer gut eingearbeitet ist, hat zudem die Möglichkeit, im Unternehmen aufzusteigen und besser bezahlte Aufgaben zu übernehmen. Vielleicht zahlt der Chef sogar eine Weiterbildung. Ein sorgfältig ausgewähltes, langfristiges Engagement, passend zu Euren Vorlieben und Qualifikationen, bringt in der Regel mehr, als kurzfristiges Jobhopping.
Junge Kellnerin berät zwei weibliche Gäste im Restaurant
  • Qualifikationen und Talente: Wer besondere Qualifikationen oder Stärken vorweisen kann, sollte sie im Wettbewerb um lukrative Nebenjobs gezielt nutzen. Dazu zählt nicht nur eine abgeschlossene Berufsausbildung. Wer beispielsweise einen Trainerschein, Erfahrungen mit Kindern und Jugendlichen, künstlerisches oder sportliches Talent vorweisen kann, hat Chancen auf einen Job im Ferienclub. Viele Unternehmen honorieren besondere Sprach- oder Softwarekenntnisse. Oder Vertriebstalent. So manches Unternehmen mit Direktvertrieb, beispielsweise Finanzdienstleister, bieten seriöse Studentenjobs mit attraktiven Verdienstchancen und freier Zeiteinteilung, aus denen sich später sogar eine erfolgreiche Karriere entwickeln kann.
  • Mobilität: Ein eigenes Auto und/oder Führerscheine verschiedener Klassen erweitern Eure Einsatzmöglichkeiten. Besonderen Bedarf an mobilen Einsatzkräften haben beispielsweise Taxi- und Kurierdienste, Autovermieter oder Speditionen, aber auch Alten- und Pflegedienste oder Landwirte (Melkkraft, Erntehelfer).
Junger man mit Aktenordner im Büro am Schreibtisch

Mindestlohn, Steuerfreibeträge und Verdienstgrenzen

Wer als Student ein freiwilliges Praktikum von mehr als drei Monaten absolviert oder einen Nebenjob ausübt, hat Anspruch auf den gesetzlichen Mindestlohn von 8,84 Euro pro Stunde (seit Januar 2017). Das gilt auch für sogenannte Mini-Jobs (450-Euro-Jobs). Grundsätzlich sind Praktikantenlöhne und Studentenjobs zwar steuerpflichtig; Wer allerdings nicht mehr verdient als rund 10.000 Euro im Jahr (8.820 Euro Grundfreibetrag plus Werbungskosten), bekommt im Rahmen der Steuererklärung die gezahlten Steuern zurück. Damit keine zusätzlichen Beiträge zur Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung fällig werden, muss es sich entweder um einen Mini-Job oder eine kurzfristige Beschäftigung handeln. (Das heißt, der Vertrag ist befristet auf maximal 3 Monate oder 70 Arbeitstage im Jahr). Tipp für Eure Eltern: Bis zum fünfundzwanzigsten Geburtstag beseht für Studierende in der Regel Anspruch auf Kindergeld, allerdings nur, wenn sie maximal 20 Stunden pro Woche arbeiten oder einen Mini-Job (450-Euro-Job) ausüben.