Wie kann Schule Potenzialentfaltung erleichtern?

Das eigene Leben selbst gestalten, statt einem stupiden Lernprogramm zu folgen – schon in der Schule gibt es Möglichkeiten, die vielseitigen Fähigkeiten und Potenziale der Schüler zu fördern.

Lernen soll Spaß machen, ein anregender und kreativer Prozess sein. Schule soll zu Eigenständigkeit, Experimentierfreude und Verantwortungsbewusstsein animieren. Klingt ideal, oder? Aber wie wird die Schule zu so einem Ort?

Hier einige Ansätze dazu:

Selbstorganisiertes Lernen

In Schülern schlummern wahre Gestalter. Nicht das Wissen aus dem Lehrbuch sollte im Vordergrund stehen, sondern die Schüler selbst. Indem sich das Kind beim Lernen selbst organisiert, hat es die Chance, seine Potenziale überhaupt erst einmal zu entdecken. Dabei hilft zum Beispiel ein Logbuch, in dem Kompetenzen und Lernfortschritte festgehalten werden oder eine Ziel-Mind Map. 

Verschiedene Lernmöglichkeiten

Um selbstorganisiert zu agieren, ist es wichtig, den Schülern das Arbeiten in verschiedenen (Klein-) Gruppen zu ermöglichen. Dabei bietet sich an, für jeden Schüler eine feste Bezugsperson zu haben, auf die er immer zurückgreifen kann – ihm aber ansonsten bei freien Arbeitsphasen oder Lernzeitblöcken den nötigen Freiraum zu lassen.

Schüler und Lehrerin

Lehrer als Lernbegleiter

Geht es um die Potenzialentfaltung der Schüler, sind Lehrer wichtige Mentoren, die ihre Schüler auf ihrem Weg begleiten, aber auch vor Herausforderungen stellen. Gleichzeitig sind sie Unterstützer, die inspirieren und ermutigen. Im vertrauensvollen Austausch können sie die Persönlichkeiten und Potenziale der Schüler fokussieren. 

Einbindung der Eltern

Da Kinder gerne mit Vertrauenspersonen zusammenarbeiten und durch Vorbilder am besten lernen, bietet die Einbindung der Eltern eine vielversprechende Chance. Bei Expertentagen oder Elternhospitationen können Eltern ihre Kompetenzen einbringen und neue Impulse geben. Wenn alle Beteiligten des Schulsystems zusammenarbeiten, wird die Potenzialentfaltung der Schüler erleichtert. 

Wertschätzendes Feedback

Die Rückmeldung der Leistung sollte immer durch Wertschätzung und Ermutigung erfolgen. Im Gegensatz zu Druck fördern diese Arten der Leistungsrückmeldung die Motivation und das Engagement der Schüler und schüchtern sie nicht ein. Lehrkräfte können auf Vertrauen setzen und so Schüler zum Gestalten und Mitdenken anregen. Lernfortschritte, Kompetenzen und Ziele können in Mentoren-Gesprächen, Kindersprechtagen oder Zielgesprächen gemeinsam reflektiert werden.

Lerngruppe

Lernen in Projekten

Projektwochen oder Projektthemen geben Schülern die Möglichkeit, gemeinsam ein Thema zu beleuchten und zu erarbeiten. Dabei erleben sie die Wirksamkeit ihrer Arbeit und stärken ihr Vertrauen in die persönlichen Fähigkeiten. Die Zusammenarbeit mit den Mitschülern prägt zusätzlich das Gemeinschaftsgefühl.

Heterogenität im Klassenraum

Wenn Menschen aus unterschiedlichen Kulturen und Klassen, mit oder ohne Handicap sowie unterschiedlichen Geschlechts und Alters aufeinandertreffen, spielen Anerkennung und Zugehörigkeit eine wichtige Rolle. In jahrgangsgemischten Lerngruppen oder Klassen mit verschiedenen Leistungsniveaus können Schüler voneinander und miteinander lernen. 

Räumliche Gestaltung für neue Lernkultur

Potenzialentfaltung in der Schule sollte nicht in einem kargen Klassenzimmer gelebt werden. Schulräume können flexibel genutzt werden, um verschiedene Lernphasen zu unterstützen und anzuregen. Offene Lernlandschaften, Klassenräume mit persönlichen Arbeitsplätzen oder Funktionsräume, wie Ateliers und Forscherecken, schaffen eine aufregende Lernkultur. 

Umgang mit digitalen Medien

Medienkompetenzen sind ein wichtiger Bestandteil unseres Alltags und sollten so früh wie möglich vermittelt werden. Die Schulen können beim Erlernen der notwendigen Kompetenzen unterstützen und den Schülern zeigen, wie sie diese für ihre Interessen nutzen können. Für Schulen ist es eine Herausforderung, an dem Wissen und der Lebenswelt der Digital Natives, der mit den digitalen Medien aufgewachsenen Generation, anzusetzen. Entscheidend ist, sich nicht gegen die Medien wie Computerspiele oder soziale Netzwerke zu stellen, sondern an einen verantwortungsbewussten Umgang heranzuführen.

Auch die Politik hat erkannt, wie wichtig das Thema in Zeiten der Digitalisierung ist und will mit dem DigitalPakt Schule für eine bessere digitale Ausstattung in Schulen sorgen. Doch die Bereitstellung von Whiteboards, schnellerem Internet und Co. alleine reicht nicht aus – denn ein Medium alleine erzeugt noch keine gute Bildung. Schulen werden mit neuen pädagogischen Konzepten, neuen Lernformen und der Qualifizierung von Lehrkräften konfrontiert.

Gelebte Schulgemeinschaft

Schule ist eine Gemeinschaft, die Schüler, Lehrer, Eltern und Partner aktiv mitgestalten. Ein Miteinander, das allen ermöglicht, sich aktiv einzubringen, sollte sich auf demokratische Werte stützen, die gelebt werden – ob in Schulversammlungen, Gemeinschaftsprojekten oder bei klassenübergreifenden Feiern.

Aktive Klasse

Lernende Schule

Nicht nur Schüler sollen von der Schule lernen, sondern die Schule auch von ihren Schülern. Durch die große Zahl an Individuen ist es wichtig, dass sich die Schule an die Bedürfnisse der Schüler anpasst. Hier kann ein Feedbacksystem von Schülern und Eltern eine große Hilfe sein. Auch Möglichkeiten für eine Visionsentwicklung sind eine hervorragende Art, um allen die Mitgestaltung der Schule einzuräumen.

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