Corona-Krise: 5 Tipps zum Schutz deiner psychischen Gesundheit

Während uns das Coronavirus zwingt, zuhause zu bleiben und unsere sozialen Kontakte bis auf ein Minimum zu beschränken, geht jeder mit der Situation anders um. Während die einen entspannen, jeden Abend Netflix-Serien suchten und die Zeit daheim genießen, verursacht Social Distancing bei anderen alles andere als Wohlbefinden. Wer zu Angstzuständen oder Depressionen neigt, kann schnell in ein Loch fallen. Wir geben Tipps, wie du dem „Lagerkoller entkommen und deine psychische Gesundheit schützen kannst. 

Tipp 1: Medienkonsum hinterfragen

Gewinne gedanklichen Abstand. Nachrichten können beängstigend sein und die Informationsfülle, der wir in unserer digitalisierten Welt ausgesetzt sind, kann somit schnell zum Verhängnis werden. Daher gilt: Wenn du merkst, dass dich Nachrichten zu sehr herunterziehen, solltest du schnellstmöglich die Notbremse ziehen. Reduziere deinen Medienkonsum oder vermeide es ganz, Nachrichten anzusehen, zu lesen oder zu hören, die dich stressen. Dies gilt auch in den sozialen Medien. Du nutzt diese Kanäle, um mit Freunden in Kontakt zu bleiben? Dafür haben Facebook und Instagram eine Lösung: Hier kannst du Seiten und Personen auf „Snooze“ bzw. „Stumm“ schalten, sodass deren Beiträge nicht mehr angezeigt werden, du den Seiten aber weiterhin folgst. Dafür musst du nur auf einen Post der jeweiligen Seite oder Person gehen. Dort findest du oben rechts drei Punkte, über die sich ein Menü öffnet. Hier hast du dann die Möglichkeit, Posts stumm zu schalten.

Damit du dennoch keine für dich relevanten Infos verpasst, bitte Freunde, dich zu informieren. So bist du auch informiert, wenn sich die Lage wieder entspannt.

Tipp 2: Soziale Kontakte digital pflegen

Pflege deine sozialen Kontakte. Nur, weil du deine Familie und Freunde derzeit nicht persönlich treffen darfst, heißt das nicht, dass du auf sozialen Austausch verzichten musst. Rufe gerade jetzt öfter mal bei deinen Eltern oder Geschwistern an. Das stärkt den Familienzusammenhalt. Wann hast du zuletzt deine Großeltern kontaktiert? Vielleicht bietest du Oma und Opa an, für sie einzukaufen, damit diese nicht Gefahr laufen, sich zu infizieren. Oder schreib doch mal wieder einen Brief. Auch in der Nachbarschaft gibt es eventuell Personen in der Risikogruppe, die sich über jegliche Unterstützung freuen. Aushänge im Treppenhaus oder an schwarzen Brettern sorgen dafür, dass sich Helfende und Hilfesuchende finden.

Unser Vorschlag: Verabrede dich mit deinen Liebsten zum Abendessen über Skype. Jeder kocht sein eigenes Essen, aber gegessen wird gemeinsam vor dem Bildschirm. Ganze Spieleabende sind so möglich – hier eignen sich vor allem Brett- und Würfelspiele. Probier’s aus! 

Tipp 3: Bleib aktiv

Bewegung und frische Luft sorgen für einen klaren Kopf. Trotz Kontaktbeschränkungen musst du darauf nicht verzichten. Gehe ruhig raus, aber achte darauf, dass du dich entsprechend an die aktuellen Vorgaben hältst – ein Mindestabstand von 1,50 Metern und es dürfen sich nicht mehr als zwei Menschen draußen treffen, es sei denn, sie leben in einem gemeinsamen Haushalt. Kommt dir jemand entgegen, solltest du soweit möglich immer den Mindestabstand einhalten.

Bewegung ist gut für den Kreislauf, kurbelt die Durchblutung an und sorgt dafür, dass unser Gehirn ausreichend mit Sauerstoff versorgt wird. Außerdem vermindert Sport Angstgefühle.

Übrigens: Zahlreiche YouTube- und Instagram-Accounts bieten kurze (Live-)Workouts für zuhause. Wir haben eine kleine Liste für dich zusammengestellt: 

Fitbook
Fitness First
Yogabasics
rbb
Pamela Reif

Auf Instagram:
_21minutes_
Mattycfox

Tipp 4: Profitiere von klaren Strukturen

Schaffe dir Strukturen. Vor allen in unsicheren Zeiten können diese für ein Gefühl von Stabilität und Sicherheit sorgen. Egal ob du im Homeoffice arbeitest, dich in Kurzarbeit befindest oder krankgeschrieben bist: Bring einen festen Rhythmus in deinen Alltag, indem du immer zur gleichen Zeit aufstehst. Vielleicht erstellst du dir auch einen kompletten Wochenplan mit Terminen zu festen Uhrzeiten. Lege konkret fest, wann du putzt, liest, bestimmte Filme schaust, kochst usw. Setze dir täglich Ziele. Diese müssen nicht groß sein. Manchmal reicht es schon, sich vorzunehmen, eine Ladung Wäsche zu waschen und die wackelige Schranktür zu reparieren, die schon so lange nervt. Es sind vor allem diese kleinen Erfolgserlebnisse, die dich aufmuntern können.

Auch deine Schlafenzeiten sollten regelmäßig und ausreichend sein. Ein guter Schlaf kann unser Gemüt äußerst positiv beeinflussen. Auch hier hilft eine strukturierte Abendroutine. Elektrische Geräte solltest du aus dem Schlafzimmer komplett verbannen. Vor allem bei einem Handy ist die Versuchung zu groß, doch noch einmal im Internet zu surfen. Stolperst du dann über eine Nachricht, die dich beunruhigt, ist ein ruhiger Schlaf unwahrscheinlich. Lies stattdessen ein Buch, konzentriere dich auf deine Atmung oder versuche es doch einmal mit Yoga. Sorgen lassen dich nicht einschlafen, das Gedankenkarussell dreht sich unaufhörlich? Schreibe deine Gedanken auf. Oft hilft das schon, um ruhiger zu werden. 

Tipp 5: Setze auf Vorfreude

Mache Dinge, die dir guttun und für Ablenkung sorgen. Freunde treffen, Umarmungen, abends noch etwas trinken gehen – all das befeuert bei den meisten von uns den Endorphin-Haushalt, ist aber unter den derzeitigen Umständen nicht möglich. Dennoch solltest du dir immer wieder kleine Highlights setzen, auf die du dich freuen kannst. Für die einen ist es die Zeit an der frischen Luft, ein neues Heimwerker-Projekt oder auch ein gutes Buch, für andere eine neue Folge der aktuellen Lieblingsserie, das virtuelle Treffen mit Freunden oder der Lieblingssong auf voller Lautstärke. All das kann sich extrem positiv auf Stimmung und Wohlbefinden auswirken. Mit solchen Aktivitäten kannst du dir zudem ein Belohnungssystem schaffen. Du hast alle Ziele erreicht, die du dir in deinem Tagesplan vorgenommen hast? Dann tu dir etwas Gutes!

Gib auf deine mentale Gesundheit acht. Wir hoffen, dass unsere Tipps dabei förderlich sind. Wusstest du, dass psychische Erkrankungen in der Arbeitswelt zu den häufigsten Belastungsfaktoren zählen? Gerne informieren wir dich näher darüber, wie du deine Arbeitskraft absichern kannst. 

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