Schlaft gut!


Jeder dritte Deutsche beklagt, dass er nachts nicht richtig zur Ruhe kommt. Grund genug für viele, mit Spezialmatratzen, Smartphone-Apps und Tinkturen nachzuhelfen. Ein Schlafzimmer-Report.

Cristiano Ronaldo schläft nicht länger als anderthalb Stunden am Stück. Das liegt nicht etwa daran, dass er kürzlich zum vierten Mal Vater geworden ist. Der Weltfußballer folgt vielmehr dem Rat von Schlaf-Coach Nick Littlehales, die tägliche Ruhezeit auf fünf 90-Minuten-Nickerchen zu verteilen. Eine durchschlafene Nacht führe zu einem körperlichen Tief am nächsten Mittag.

Bei Prominenten, die Personal Trainer und Ernährungsberater um sich herum haben, überrascht es nicht, wenn sie sich auch beim Schlafen coachen lassen. Doch längst beschäftigen sich auch Normalsterbliche mit der Optimierung der Nachtruhe. Fitness-Tracker am Handgelenk und sogar Matratzen analysieren heute Puls, Atmung und Bewegung beim Schlafen. Start-ups wie Casper aus den USA oder Eve aus Großbritannien haben aus der Matratze, die man bislang meist beim Discounter kaufte, Lifestyle-Objekte gemacht.

Matratze von Eve mit Latex und stützendem Memoryschaum
Matratze von Eve mit Latex und stützendem Memoryschaum

Bei Eve etwa passt sich ein sogenannter Memoryschaum den Körperkonturen an und entlastet die Wirbelsäule. Gemeinsam mit dem Modelabel Folk hat die Firma Pyjamas mit mehr Bewegungsfreiheit entwickelt. Auch Kräutertees, Duftkerzen und Körpercremes versprechen heute besseren Schlaf. In Berlin präsentieren im März auf der Messe „Sleep for fit“ Dutzende Aussteller Kissen, Ernährungsprogramme und Anti-Schnarchmittel.

Die Nachfrage ist da: Einer aktuellen Studie der Techniker Krankenkasse zufolge schläft jeder Dritte in Deutschland nur mittelmäßig bis sehr schlecht. „Gerade in einer Wissensgesellschaft wie der unseren ist erholsamer Schlaf nicht nur physiologisch, sondern auch gesellschaftlich wichtig“, sagt TK-Chef Jens Baas. „Deshalb sollten wir unser Schlafverhalten optimieren, nicht rationalisieren.“ Lange Zeit galt Schlaf als nötiges Übel, und jeder, der mit möglichst wenig Nachtruhe auskommt, als besonders fleißig. Heute weiß man, dass Schlaf nicht nur der Erholung von Körper und Gehirn dient, sondern die Gesundheit insgesamt beeinflusst. Ein Viertel der Befragten, die ihre Schlafqualität negativ bewerten, leidet der TK zufolge unter Kopfschmerzen oder Migräne.

Pyjamas von Folk gewähren mehr Bewegungsfreiheit
Pyjamas von Folk gewähren mehr Bewegungsfreiheit

Ronaldo hat vor jedem 90-Minutenschlaf übrigens 90 Minuten Handy- und Fernsehverbot. Studien zeigen, dass das blaue Licht der elektronischen Geräte den Tag-Nacht-Rhythmus durcheinanderbringt und die Schlafqualität verschlechtert. Dabei dient ausgerechnet das Smartphone vielen als Entspannungscoach. Apps wie „Sleep Bot“oder „Sleep Cycle“ überwachen die individuellen Schlafphasen und ermitteln den besten Zeitpunkt zum Aufstehen, nämlich in Phasen mit geringer Schlaftiefe. Allerdings sollte man beim Gebrauch unbedingt den Flugmodus einschalten – sonst klingelt einen das Handy am Ende im Tiefschlaf aus dem Bett. 

 

Fotonachweise: istockphoto.com/swissmediavision / Produktfotos von den Herstellern

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