MSC Marine Science Center 

Unvergessliche Erlebnisse mit Tieren – Seehundschwimmen

Malte, Filou und ihre Kameraden sind garantiert die niedlichsten wissenschaftlichen Mitarbeiter der Uni Rostock. Sie haben keine Kittel, dafür Kulleraugen. Wie riesige, glänzende Kieselsteine ragen ihre Köpfe aus dem Wasser des Jachthafenbeckens direkt an der Ostsee: Sie halten Ausschau nach ihren menschlichen Planschpartnern. Das Marine Science Center, das Zuhause der Tiere, ist die größte Seehundforschungsanlage der Welt und gehört zur Universität Rostock. Einmalig in Deutschland: Man kann die Seehunde hier nicht nur vom Besucherdeck aus beobachten, sondern die neugierigen, etwa 130 Kilo schweren, kegelförmigen Robben auch in kleinen Gruppen im Wasser besuchen.

Dazu schlüpfen die menschlichen Mitschwimmer in Neoprenanzüge; Flossen und Bleigürtel stabilisieren die Besucher zusätzlich im Wasser. Nach einem kurzen Kennenlernen an Land und ersten Streicheleinheiten für Malte – der mit Vergnügen die Rampenrobbe der kleinen Seehundgruppe gibt – werden auch die Menschen zu Wasser gelassen. Auf einen Befehl der Biologin, die die Robben seit Jahren betreut, steuert Malte sofort auf die Besucher zu, drückt ihnen ohne Zaudern seine feuchte Nase auf die Wange und holt sich dafür einen Belohnungshering ab. Belästigt fühlen sich die Tiere von den kurzzeitigen Eindringlingen in ihrem Revier nicht, die zahmen Kreaturen haben ihren Spaß an den komisch schwimmenden Gästen. Malte ist darüber hinaus besonders schlau und gelehrig. Nicht nur bei Forschungsfahrten auf hoher See könnte er behilflich sein und etwa Gerätschaften sicher an den Meeresgrund transportieren, auch dem Marine Science Center hat er schon wichtige Dienste erwiesen. So half er einer Besucherin, den Mann ihres Herzens dingfest zu machen: Er tauchte auf den Grund des Beckens und barg für den Erwählten eine Schachtel mit zwei Verlobungsringen.

TAUCHBASIS ROSTOCK: 3 Stunden, 250 Euro pro Person, www.tauchbasis-rostock.de.

Von Anja Rützel, Stand: Juli 2017