Private Altersvorsorge: Jetzt noch maximale staatliche Förderung für 2018 sichern

365 Tage Urlaub – viel Zeit für Dinge, die Sie in Ihren Arbeitsjahren unter Umständen verpasst haben. Ein heutiger Rentner hat im Durchschnitt 20 Jahre Zeit1, sich seine bisher unerfüllten Lebensträume zu verwirklichen. Egal, ob eine Traumreise, ein Fallschirmsprung oder der Kauf eines Oldtimers – oftmals reicht die gesetzliche Rente hierfür nicht aus.

Aber auch die private Altersvorsorge stellt viele vor Herausforderungen, da es immer noch kaum Zinsen am Markt gibt. Viele Bürger sind deshalb verunsichert, wie sie ihr Geld sicher und mit einer möglichst hohen Rendite fürs Alter anlegen sollen und stellen sich die Frage, ob sich die private Altersvorsorge überhaupt noch lohnt.

Dabei wird oft nicht bedacht, dass es Alternativen gibt. Der Staat hat verschiedene Möglichkeiten geschaffen, der drohenden Altersarmut in Deutschland entgegenzuwirken. Hierbei unterstützt er die Bürger mit staatlichen Zulagen und Steuerersparnissen, die zu einer höheren Rendite führen.

1. Riester-Rente

Wussten Sie, dass die Bundesregierung im vergangenen Jahr Zulagen in Höhe von rund 995 Mio. Euro allein für private Riester-Verträge subventioniert hat?2

Um die volle Zulage von 175 Euro jährlich zu erhalten, müssen Sparer mindestens 4 Prozent ihres Bruttogehaltes einzahlen (höchstens 2.100 Euro/Jahr). Weitere Zulagen gibt es für Kinder oder als Berufseinsteiger. Um die Zulage zu erhalten, muss ein Antrag gestellt werden.

Das schenkt Ihnen der Staat (maximal):

Grundzulage 175 Euro
Kinderzulage pro Kind (bis 31. Dezember 2007 geboren) 185 Euro
Kinderzulage pro Kind (ab 1. Januar 2008 geboren) 300 Euro
Maximaler Sonderausgabenabzug 2.100 Euro
Berufseinsteigerbonus (Kunde bei Abschluss jünger als 25 Jahre) Einmalig 200 Euro

Sparer, die bereits in einen Riester-Vertrag einzahlen, sollten bis zum Jahresende überprüfen, ob sie genug Geld einzahlen, um die volle Grundzulage für 2018 zu erhalten. Sollte dies nicht der Fall sein, kann es sinnvoll sein, die Beitragszahlung mit einer Einmalzahlung dementsprechend zu erhöhen. Damit sichern Sie sich die höchstmögliche Rendite. Sollten Sie sich noch unsicher sein, dann fragen Sie sich selbst: Wo bekommen Sie für 2.100 Euro (oder weniger) Sparbeitrag derzeit Zinsen in Höhe von 175 Euro? Neben diesem Geschenk vom Staat können Sie sogar die Beiträge in Ihrer Steuererklärung als Sonderausgabenabzug steuerlich geltend machen.

Ein Riester-Vertrag ist somit nicht nur eine sichere Alternative, lukrativ für Ihr Alter vorzusorgen – er bietet Ihnen darüber hinaus höhere Renditechancen als die meisten herkömmlichen sicheren Anlagemöglichkeiten Ihnen versprechen.

2. Betriebliche Altersvorsorge (bAV)

Neben der Möglichkeit zu „riestern“, können Arbeitnehmer im Rahmen der betrieblichen Altersvorsorge gemeinsam mit ihrem Arbeitgeber steuerbegünstigt für ihre Rente vorsorgen.

In Deutsch¬land haben Arbeitnehmer seit dem 01.01.2002 einen gesetzlichen Anspruch auf Entgeltumwandlung in der bAV. Dabei gibt es verschiedene Möglichkeiten, aus der der Arbeitgeber auswählen kann. Eine bekannte Variante ist die Entgelt¬umwandlung in Form einer Direktversicherung: Hier zahlt der Arbeitnehmer seine Beiträge aus dem Brutto¬gehalt und spart dabei Steuern und Sozial¬abgaben. Viele Arbeitgeber bezuschussen den Sparbeitrag, so dass sich die bAV für viele lohnt.

Hier ein Beispiel:

  ohne bAV mit bAV
Monatliches Bruttogehalt
2.000,00 Euro
2.000,00 Euro
abzgl. Gehaltsumwandlung zur bAV 0,00 Euro
50,00 Euro
Gesamt Brutto
2.000,00 Euro
1.950,00 Euro
Steuern (inkl. KiSt und SolZ)
- 195,78 Euro
- 184,26 Euro
Sozialabgaben - 410,50 Euro
- 400,24 Euro
Nettoverdienst 1.393,72 Euro 1.365,50 Euro
Beitrag für die Altersvorsorge 0,00 Euro 50,00 Euro
Effektivaufwand pro Monat
  28,22 Euro

Berechnungsbeispiel ohne Gewähr, Stand 08/2018. Grundlage: männlicher Arbeitnehmer, Bruttoeinkommen 2.000,00 €, Wohnsitz Hamburg, ledig, 25 Jahre, keine Kinder, Steuerklasse 1, kirchensteuerpflichtig, Krankenversicherungssatz 14,60 % + 0,90 % = 15,50 %. Monatlicher Beitrag zur Direktversicherung in Höhe von 50,00 Euro.

Sparvorteil für Arbeitnehmer: Aufgrund der Steuerersparnisse sowie Einsparungen bei der Sozialversicherung zahlt der Arbeitnehmer für 50,00 Euro Beitrag nur 28,22 Euro – also nur ca. die Hälfte aus eigener Tasche.

Auch in der bAV gibt es Höchstbeiträge, mit denen Sie sich indirekt höchstmögliche Vorteile sichern können. Der Höchst¬bei¬trag, den Sie steuer- und sozialversicherungsfrei einzahlen können beträgt aktuell 260 Euro monatlich bzw. 3.120 Euro jährlich (2018). Weitere 4% (260 Euro) können steuerfrei aber sozialversicherungspflichtig gespart werden, so dass der Gesamtbetrag 8% (520 Euro) betragen kann. Überprüfen Sie auch hier, ob Sie Ihren Beitrag erhöhen können, um sich möglichst hohe Vorteile zu sichern.

3. Rürup-Rente (Basisrente)

Die Rürup-Rente, auch Basis-Rente genannt, lohnt sich speziell für Selbstständige, die nicht in die gesetzliche Rentenversicherung einzahlen – sowie für angestellte „Gutverdiener“, die über eine zusätzliche Altersvorsorge nachdenken. Im Jahr 2018 können Sie 84% des Beitrages steuerlich absetzen. Auch hier gilt: Machen Sie den Altersvorsorge-Check und sichern Sie sich höchstmögliche Vorteile für 2018! 

Fazit: Um möglichst lukrativ vorzusorgen, sollten Sie regelmäßig – insbesondere zum Jahresende – Ihren persönlichen Altersvorsorge-Check machen. Nutzen Sie die vollen staatlichen Zuschüsse? Lassen sich die Steuerersparnisse noch optimieren? Gibt es weitere Vergünstigungen, die Ihnen noch nicht bekannt sind? Wir unterstützen Sie gerne. Lassen Sie sich rechtzeitig beraten, damit Sie bis zum 31.12.2018 die Chance auf maximale Ausnutzung der Zuschüsse nicht verpassen. Für einen sorgenfreien Ruhestand und finanzielle Unabhängigkeit im Alter. 

1Quelle: http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/rente-dauer-des-ruhestands-in-deutschland-hat-sich-verdoppelt-15328722.html, abgerufen am 21.09.2018
2Quelle: 26. Subventionsbericht der Bundesregierung, Seite 369

Nach oben