Nebenjobs im Studium: Geld verdienen und berufliche Erfahrungen sammeln

Wilde Studentenpartys, die geliebte WG, literweise Kaffee in der Klausurenphase und der nervige Semesterbeitrag. Alles Dinge, die zum Studium dazu gehören und die ein großes Loch ins Portemonnaie reißen. Neben dem Studium zu arbeiten, ist daher für viele Studenten unerlässlich. Wir geben Tipps, worauf du bei einem Nebenjob als Student achten solltest.

Wie finde ich einen Nebenjob als Student?

Egal ob Babysitten, Kellnern oder im Handwerk anpacken: Für Studenten gibt es viele Möglichkeiten, neben dem Studium Geld dazu zu verdienen. Bei der Suche nach dem passenden Nebenjob können Jobportale im Internet, Uniportale mit Stellenangeboten oder einfach das Augen-Offen-Halten im Alltag helfen. Oft finden sich Aushänge für Neben- und Aushilfsjobs direkt vor der eigenen Nase: am eigenen Lehrstuhl, im Lieblingsrestaurant oder im coolen Laden direkt um die Ecke.

Was sind die bestbezahltesten Studentenjobs?

Natürlich sollte auch das Geld für deine Nebentätigkeit stimmen. Aber Geld alleine ist oftmals nicht entscheidend: Spannend sind auch Nebenjobs, in denen du Softskills und dein fachliches Wissen erweiterst. Hier eine kleine Übersicht, mit welcher Bezahlung du bei den klassischen Studentenjobs rechnen kannst:

  • Fahrradkurier: Als Kurier auf zwei Rädern kannst teilweise über 20 Euro pro Stunde verdienen, zumeist auch noch mit zusätzlicher Aussicht auf Provisionen. Gefragt ist dieser Job vor allem in Großstädten von Postdienstleistern, Restaurants, Imbissen oder Laboren. Hier zahlt sich deine körperliche Anstrengung aus, die nicht zu vernachlässigen ist.
  • Nachhilfelehrer: Für eine Nachhilfestunde kannst du als Student etwa zwischen acht und 18 Euro einfordern, als ausgebildeter oder angehender Lehrer sogar zwischen 20 und 50 Euro. Voraussetzungen sind hier insbesondere: Viel Geduld, Sicherheit im Lernstoff und eine gute Gabe zum Erklären.
  • Hostess: Mit der Betreuung von Messeständen und dem Führen von Kundengesprächen kannst du durchschnittlich 13 Euro pro Stunde verdienen. Hier ist allen voran Professionalität und Freundlichkeit im Umgang mit Menschen gefragt sowie meist gute Englischkenntnisse und ein gepflegtes Auftreten. 
  • Call Center Agent: Im telefonischen Kundendienst kannst du mit rund 13 Euro pro Stunde rechnen und schlägst dich größtenteils mit Kundenfragen oder der Suche nach Teilnehmern für Umfragen rum. Hier ist keine körperliche Arbeit gefragt und du kannst sogar oft im Home-Office arbeiten.
  • Produktionshelfer: Mit einem Stundenlohn von etwa 12 Euro pro Stunde kannst du in der Industrie als Aushilfskraft gerade während Urlaubszeiten solides Geld verdienen. Hier winken meist Zulagen für Nachtschichten, Wochenend- oder Sonntagsarbeit, die den Nebenjob noch lukrativer machen können. Ein wenig handwerkliches Geschick und Konzentrationsfähigkeit sind hier zumeist von Vorteil.
  • Kellner: Mit der Arbeit als Servicekraft verdienst du rund 12 Euro die Stunde und hast in der Regel auch noch gute Aussichten auf Trinkgeld, das deinen Stundenlohn in gut laufenden Betrieben nochmal um 50 Prozent erhöhen kann. Beachte jedoch, dass der Job recht anstrengend ist und du über die Öffnungszeiten hinaus meist noch aufräumen und saubermachen musst.
  • Promoter: Ein zumeist recht flexibler Studentenjob, der dir einen Stundenlohn von circa 12 Euro die Stunde bescheren kann. Als Promoter besuchst du Messen, Events oder bestimmte Locations, um ein Produkt oder eine Dienstleistung zu bewerben. Gefragt sind die hier insbesondere Softskills wie Kommunikationsfähigkeit und Selbstbewusstsein, die du mit dem Job stetig verbessern kannst.
  • Inventurhelfer: Zwar ist dieser Job eher eine einmalige Angelegenheit, aber zu bestimmten Zeiten im Jahr suchen Supermärkte, Baumärkte und Industrieunternehmen fleißige Helfer mit soliden Rechenkenntnissen, um den kompletten Warenbestand zu erfassen. Hier variiert der Stundenlohn stark je nach Unternehmensgröße, im Durchschnitt ist mit 12 Euro pro Stunde zu rechnen.
  • Weihnachtsmann: Du hast richtig gelesen. In der Weihnachtszeit werden oft aufgeschlossene Menschen gesucht, die Geschenke verteilen und Kinderaugen zum Strahlen bringen. Mit einem guten Händchen im Umgang mit Kindern kannst du hier mit einer Bezahlung von rund 80 Euro pro Stunde rechnen. Damit ein lukrativer Nebenjob, der allerdings saisonal ist und meist ein eigenes Kostüm voraussetzt.

Keine Nebenjobs mehr wegen Corona?
Corona hat sich in vielen Teilen der Wirtschaft bemerkbar gemacht und unzählige Studentenjobs auf den Kopf gestellt. In Branchen wie der Gastronomie und dem Einzelhandel, die vor Corona erste Anlaufstelle für Studenten waren, sieht der Arbeitsmarkt in Teilen nicht mehr so rosig aus. Hingegen werden in Supermärkten, bei Lieferdiensten und in der Landwirtschaft händeringend Aushilfen gesucht. Hier bewährt es sich, in der Krise die Ruhe zu bewahren und nach neuen Chancen zu suchen.

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Minijobber oder Werkstudent – was ist besser?

Bei den zwei Anstellungsarten gibt es große Unterschiede, über die du dir im Klaren sein solltest und die jeweils ihre Vorteile haben. Kurz gesagt, eignet sich der Minijob in der Regel für Studenten, die sich noch stärker auf ihr Studium konzentrieren wollen und die Werkstudenten-Tätigkeit für Studenten, die neben dem Studium mehr Praxiserfahrungen sammeln möchten. Anhand von Lara und Ben zeigen wir dir, wo die jeweiligen Vorteile liegen: 

  • Studiert Sozialwissenschaften und hat einen Minijob als Kellnerin.
  • Möchte im Nebenjob abschalten und nichts mit Bezug zum Studium machen.
  • Ist zeitlich sehr flexibel, muss aber für außerplanmäßige Beschäftigung am Wochenende oder in der Nacht zur Verfügung stehen.
  • Hat viel Umgang mit Menschen, baut ihre Kommunikationsfähigkeit aus und hat ein sicheres Auftreten.
  • Erhält monatlich 450 Euro netto.
  • Muss aktuell weder Sozialbeiträge noch sonstige Abgaben zahlen (Brutto = Netto).
  • Ist weiterhin über die Familie krankenversichert.
  • Hat sich von der Rentenversicherung befreien lassen und zahlt damit keine 3,6 Prozent ihres Einkommens.
  • Studiert Maschinenbau und ist Werkstudent in einer Industriefirma.
  • Möchte im Nebenjob etwas mit Bezug zum Studium machen und erste Praxiserfahrungen sammeln.
  • Kann sich zeitlich auf sein Studium abstimmen und darf in der Vorlesungszeit nicht mehr als 20 Stunden pro Woche arbeiten. Hat aber die Möglichkeit, in der vorlesungsfreien Zeit seine Arbeitszeit auf Vollzeit aufzustocken.
  • Kann seine Studieninhalte im Job einbringen und verbessert seine Softskills.
  • Hat nach dem Studium gute Aussichten, eine Festanstellung im Unternehmen zu bekommen.
  • Erhält eine gute Vergütung, kommt über die Grenze von 950 Euro monatlich und muss daher u.a. Lohnsteuer zahlen.
  • Muss sich mit etwa 90 Euro im Monat selbst krankenversichern und ist nicht mehr über die Familienkrankenkasse versichert. 
  • Zahlt in die Rentenversicherung 9,3 Prozent des Bruttoverdienstes ein, was vom Gehalt abgezogen wird.

Studentenjobs: Stundenanzahl, Verdienstgrenzen und Co.

Wie du anhand der Beispiele schon gemerkt hast, sind Studentenjobs bestimmten Regularien unterstellt, was die Stundenanzahl oder den Verdienst angeht. Wichtige Fragen und Antworten haben wir dir hier zusammengestellt:

Wie viel darf man neben dem Studium arbeiten?

Entscheidend ist die 20-Stunden-Regel, die Studenten nicht überschreiten sollten. Sie geht davon aus, dass mit einer 20-Stunden-Arbeitswoche das Studium immer noch an erster Stelle steht. Daher sind Werkstudentenstellen meist auf diese Regel maximal ausgelegt. In den Semesterferien wird diese Regelung allerdings gelockert, da hier deine Arbeit als befristete Arbeit gilt und somit nicht sozialversicherungspflichtig ist. Aber auch hier sind Verdienstgrenzen zu beachten.

Wie viel darf man als Student verdienen?

Bei einem 450-Euro-Job ist es recht einfach: Du zahlst keine Sozialabgaben und keine Steuern, dein Nettogehalt entspricht damit deinem Bruttogehalt. In diesen 450 Euro pro Monat müssen allerdings auch Weihnachts- und Urlaubsgeld sowie sonstige Zusatzleistungen mit eingerechnet werden. Zudem hast du bei einem Gehalt unter 450 Euro die Möglichkeit, dich von den Beiträgen der Rentenversicherung befreien zu lassen.
Wird die 450-Euro-Grenze überschritten, musst du dich selbst krankenversichern und zahlst Beiträge für die Rentenversicherung, so wie Ben im Beispiel. Er ist allerdings mit 24 Jahren an der Grenze, da Kinder nur bis 25 Jahre über die Familie krankenversichert sind.
Bei einem Verdienst über 450 Euro bist du darüber hinaus rentenversicherungspflichtig und musst Steuern zahlen. Allerdings kannst du dir in der Regel die gezahlten Steuern über die Steuererklärung zurückholen, sofern du weniger als 9.408 Euro im Jahr (Stand 2020) verdienst.

Was müssen BAföG-Empfänger beachten?

Gehst du einem 450-Euro-Job als Student nach, musst du dir im Normalfall keine Sorgen um dein BAföG machen. Der Freibetrag für Studentenjobs liegt bei einem Bruttoeinkommen von 5.421,84 Euro in 12 Monaten bzw. monatlich 451,82 Euro. Überschreitest du die monatliche Grenze mit einem Job auf Stundenbasis mal und verdienst zum Beispiel 500 Euro im Monat, ist das nicht schlimm, wenn du in einem anderen Monat entsprechend weniger verdienst. Verdienst du allerdings mehr, wird dir vom BAföG-Satz etwas abgezogen. Wie sich dein BAFöG dann berechnet, kannst du hier nachlesen. Wichtig ist, dass du deinen Nebenjob immer direkt dem BAFöG-Amt meldest und es über Änderungen informierst.

Wie sieht es mit Kindergeld aus?

Ein Nebenjob hat keinen Einfluss auf das Kindergeld, das deine Eltern bekommen. Solange du dich in der Erstausbildung (Studium, Ausbildung, etc.) befindest, beeinflusst dein Verdienst im Nebenjob die Kindergeldzahlung nicht. Wenn du deine Erstausbildung abgeschlossen hast und z.B. auf einen Masterplatz oder weiteren Ausbildungsplatz wartest, darfst du allerdings höchstens 450 Euro im Monat verdienen und nicht mehr als 20 Stunden pro Woche arbeiten. Ansonsten gefährdest du in dieser Phase den Kindergeldanspruch.

Neben dem Studium arbeiten und Stress vermeiden

Natürlich ist ein Studium kein Zuckerschlecken und gerade in der Klausurenphase wird es auch mal stressiger. Bei der Suche des passenden Nebenjobs solltest du darauf achten, wie gut sich Studium und Nebenjob vereinbaren lassen. Eine Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung kann unsichere Studenten allerdings beruhigen: Bachelor-Studierende, die in einem Umfang von 20 Prozent ihrer Regelstudienzeit erwerbstätig sind, haben im Durchschnitt nur eine um 0,06 Notenpunkte schlechtere Abschlussnote als Studierende, die nicht erwerbstätig sind. Zudem studieren Studenten mit Nebenjob im Durchschnitt nur rund zwei Monate länger als Studierende ohne Nebentätigkeit.

5 Tipps, um stressfrei Studium und Nebenjob zu vereinen

  1. Plane deine Zeit realistisch
    Dein Studium, dein Nebenjob, deine Hobbies und deine Freunde – Alles Dinge, die du in einer klassischen Woche als Student unterbringen willst. Hierfür ist eine gute Zeitplanung unerlässlich. Gerade mit einem flexiblen Nebenjob, der dir viele Freiheiten gibt, solltest du realistisch planen, um am Ende nicht in Zeitnot zu geraten und den ganzen Plan wieder über den Haufen werfen zu müssen. Freunden abzusagen, Lernstunden zu streichen oder keine Zeit mehr für dich und deine Hobbies zu haben, ist keine schöne Lösung.

  2. Vermeide unnötige Reisezeiten
    Schon bei der Suche des Nebenjobs kannst du darauf achten, deine Reisezeit auf ein Minimum zu beschränken. Gerade wenn deine Zeit für den Nebenjob begrenzt oder der Studienplan in einem Semester besonders voll ist, solltest du einen Job in der Nähe suchen, um zum Beispiel auf Bahnfahrten verzichten zu können. Zusätzlichen Arbeitsweg können Studenten durch Homeoffice sparen – hierzu einfach mal den Arbeitgeber ansprechen, wenn es keine Regelungen gibt.

  3. Habe heiße Phasen im Blick
    Um Studium und Nebenjob unter einen Hut zu kriegen, solltest du dich gut organisieren. Helfen kann das Führen eines Kalenders oder Lernplans: Wann sind die Klausuren? Wann nimmst du dir bewusst Zeit zum Lernen? Wann erstellst du deine Lernzettel? Hältst du dich an diesen Plan, kommt es gar nicht erst zu der Situation, dass du völlig panisch wenige Tage vor der Klausur noch versuchst, den Lernstoff aufholen und gleichzeitig noch arbeiten musst. Übrigens hilft es auch, offen mit dem Arbeitgeber zu sprechen und eine gemeinsame Lösung für Klausuren- und Prüfungstermine zu finden.

  4. Behalte deine Motivation
    Dein Nebenjob sollte Spaß machen. Nichts ist schlimmer als ein Job, bei dem du stündlich auf die Uhr guckst oder bei dem du dich jeden Morgen überhaupt nicht aufraffen kannst, aufzustehen. Am besten suchst du einen Nebenjob, der zu deinen Erfahrungen, Qualifikationen und Interessen passt.

  5. Gönne dir Auszeiten
    Um richtig Kraft zu tanken, solltest du dir neben Uni und Arbeit auch mal eine Auszeit im stressigen Alltag gönnen. Spätestens wenn du keine Zeit mehr für Freunde hast, Vorlesungen schwänzt oder Klausuren verhaust, sollte sich etwas ändern. Auf jeden Fall sollte dein Studium nicht unter deinem Nebenjob leiden und du selbst nicht unter einer Doppelbelastung.

Ein Plus für deinen Lebenslauf – was neben dem Geld für einen Nebenjob im Studium spricht

Wie bei allen Dingen im Leben, gibt es auch für Studenten für Nebenjobs im Studium viel zu beachten. Am Ende hilft dir fast jeder Nebenjob für deine weitere berufliche Zukunft weiter – denn du kannst deine Softskills ausbauen, bekommst in der Regel Praxiserfahrung oder sammelst erste Business-Kontakte. Diese Aspekte finden sich dann auch in deinem Lebenslauf wieder und du kannst bei der ersten richtigen Jobbewerbung punkten!

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