Umzug? Heißt mehr als nur das Klingelschild ändern

Endlich in der neuen Wohnung – das Gröbste ist geschafft! Trotzdem gibt es noch ein paar Dinge zu regeln. Hier finden Sie unsere Tipps.  

Adressänderung: Wer muss Bescheid wissen?

Wohnort ummelden

Der erste Gang nach dem Umzug führt meist zum Einwohnermeldeamt, um die An- bzw. Ummeldung vorzunehmen oder einen Zweitwohnsitz anzumelden. Hier ist es wichtig, die gegebene Frist von zwei Wochen einzuhalten, da sonst ein Bußgeld droht.

Tipps: Damit es schneller geht, vereinbaren Sie vorab einen Termin. Außerdem sollten sie alle notwendigen Unterlagen zum Termin mitbringen: Personalausweis, ggf. Reisepass, Meldeformular und die vom Vermieter ausgefüllt Wohnungsgeberbescheinigung.

Ämter informieren

Je nach Lebenslage sollten nach dem Wohnungswechsel weitere Behörden informiert werden, um zum Beispiel weiterhin finanzielle Leistungen zu erhalten:

  • Finanzamt: Ändert sich mit dem Umzug das zuständige Finanzamt, muss das bisherige Amt informiert werden. Beim Umzug innerhalb eines Ortes, kann das Finanzamt über die nächste Steuererklärung die Adressänderung erfahren.
  • BaföG-Amt: Studenten, die BaföG beziehen, müssen die Adressänderung ihrem zuständigen Studentenwerk mitteilen. Ist das Studium bereits beendet, gilt es, die Adressänderung beim Bundesverwaltungsamt zu melden.
  • Familienkasse: Egal, ob sich die Kontoverbindung oder die Adresse ändert – Kindergeldberechtigte müssen bei Änderungen die Familienkasse informieren.

Tipp: Machen Sie sich vor dem Umzug einen genauen Überblick, mit welchen Ämtern Sie regelmäßig zu tun haben.

Auto ummelden

Das eigene Auto sollte nach einem Umzug innerhalb von einer Woche umgemeldet werden. Fahrzeughalter dürfen zwar mittlerweile ihr Nummernschild behalten, dennoch müssen sie ihr Auto beim Einwohnermeldeamt oder bei der Kfz-Zulassungsbehörde ummelden. Mit folgenden Unterlagen im Gepäck geht die Ummeldung schneller:

  • Zulassungsbescheinigungen I und II (Fahrzeugbrief und Fahrzeugschein)
  • Personalausweis oder Reisepass mit Meldebescheinigung
  • Versicherungsbescheinigung
  • Nachweis der Hauptuntersuchung (DEKRA, TÜV, etc.)
  • SEPA-Lastschriftmandat zum Einzug der Kfz-Steuer

Tipp: Die Kosten für die Kfz-Versicherung und die Schadensklasse richten sich unter anderem nach dem Wohnort, an dem der Fahrzeughalter gemeldet ist. Die Versicherungsprämie wird an den in Ihrem Wohnort geltenden Standards gemessen und kann entsprechend angepasst werden.

Strom, Gas und Telefon

Die An- und Ummeldung bei den Gas- und Stromversorgern ist eines der wichtigsten To-Dos nach dem Umzug. Hier ist eine fristgerechte Ummeldung notwendig – bestenfalls schon zwei Monate vor dem Wohnungswechsel. Von der alten und der neuen Wohnung müssen die Zählerstände von Gas, Wasser und Strom festgehalten werden. Auch der Internet- und Telefonanbieter sollte einige Wochen vor dem Umzug informiert werden.

Rundfunkbeitrag

Jeder Haushalt ist dazu verpflichtet, den Rundfunkbeitrag zu zahlen. Beim Wohnungswechsel ist zwischen drei Fällen zu unterscheiden:

  • Ziehen Sie aus einer Wohnung aus, für die Sie bereits den Beitrag gezahlt haben, können Sie Ihre Adresse ganz einfach auf rundfunkbeitrag.de ummelden. 
  • Haben Sie vorher in einer WG oder im Elternhaus gelebt und damit nicht selbst den Beitrag gezahlt, müssen Sie sich entsprechend anmelden. 
  • Wenn Sie von einer eigenen Wohnung in eine WG oder in eine Wohnung mit Ihrem Partner ziehen, ist nur noch eine Zahlung des Beitragsservice notwendig und Sie können Ihre alte Wohnung vom Beitragsservice abmelden.
Versicherungen und Banken
 
Versicherungen und Banken dürfen nach dem Umzug nicht vergessen werden. Auch für sie ist die neue Adresse ihrer Kunden sehr wichtig, um im Austausch zu bleiben oder den Versicherungsschutz anzupassen.
 
Tipp: Informieren Sie Ihren Finanzberater, der für Sie die Adressänderung bei Ihren Versicherungen übernimmt und Sie bei allen Finanzfragen rund um den Wohnungswechsel zur Verfügung steht.

Wen noch informieren?

Auch die folgenden Einrichtungen sollten zeitnah nach dem Umzug über die neue Adresse informiert werden:

  • Arbeitgeber
  • Kindergarten/Schule/Universität
  • Ärzte und Anwälte
  • Krankenkasse
  • Vereine oder Fitnessstudio
  • Abo-Anbieter (z. B. Zeitungen und Zeitschriften)
  • Mobilfunkanbieter
  • Versandhändler und Online-Shops

Tipp: Sie können den Nachsendeservice der Post nutzen, damit Ihre Post, die an die alte Adresse adressiert ist, für mehrere Monate an die neue Adresse geliefert wird.

Versicherungs-Tipps: Worauf ist nach dem Umzug zu achten?

Umzugsschäden regeln

Während des Umzugs ist etwas kaputtgegangen und einer Ihrer fleißigen Umzugshelfer war schuld? Dann handelt es sich um einen sogenannten Gefälligkeitsschaden. Mehr dazu lesen Sie hier.

Aktuelle Hausratversicherung?

Gerade ein Umzug gibt noch mal Anlass dazu, über den Abschluss einer Hausratversicherung nachzudenken oder den alten Versicherungsschutz zu überprüfen – denn mit dem Wohnungswechsel kann sich auch der Wert des Hausrates verändern. Ein Brand, ein Sturm oder ein Einbruch kommt leider unvorhergesehen und kann große Schäden mit sich bringen. Der Betrag für den Neuwert der versicherten Sachen bestimmt die Höhe der Versicherungssumme und wird im Schadenfall ersetzt.

Tipp: Prüfen Sie, wie hoch Ihre Versicherungssumme angesetzt ist. In der Regel können Sie mit 650 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche rechnen. Ist die Versicherungssumme zu niedrig oder benötigen Sie Unterstützung, hilft Ihnen gerne Ihr Finanzberater.

Aus zwei mach eins: Tipps für Paare

Wenn Verheiratete, aber auch unverheiratete Paare aus zwei Wohnungen eine machen, können sie in diesem Zuge ihre Versicherungen prüfen und Geld sparen. Ehe- und Lebenspartnern steht beim Zusammenziehen oft ein Sonderkündigungsrecht für ihre Haftpflicht-, Hausrat und Rechtsschutzversicherung zu. Hierbei ist zu beachten: 

  • Eine Hausratversicherung genügt. Ist für die Wohnung schon eine Hausratversicherung über einen Partner abgeschlossen, ist automatisch das Hab und Gut des Partners mitversichert.
  • Bei der Haftpflichtversicherung kann ein Partner in die bestehende Police eingetragen werden. Allerdings sind dann Schäden, die Partner sich gegenseitig zufügen, nicht mehr mitversichert.
  • Eine gemeinsame Rechtsschutzversicherung übernimmt für das Paar die Anwalts- und Gerichtskosten bei einem juristischen Streit, zum Beispiel mit dem Vermieter, einem Unfallgegner oder Arbeitgeber.

Anders ist es bei Versicherungen, die für eine Person maßgeschneidert sind, wie etwa die Berufsunfähigkeitsversicherung, bei der unter anderem das Alter, der Beruf und der Gesundheitszustand eine wichtige Rolle spielen. Diese können nicht zusammengelegt werden.

Sie haben noch Fragen zu Ihrem Wohnungswechsel und Versicherungsschutz?

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