Erfolgreich bewerben: Mit diesen Profitipps gelingt’s

24. Januar 2022

Je nachdem, wo du dich bewirbst, muss du dich gegen einige Dutzend oder sogar Hunderte Mitbewerberinnen und ‑bewerber durchsetzen. Der erste Schritt zu deinem Erfolg ist deshalb eine Bewerbung, die aus der Masse heraussticht. Was du außerdem beachten solltest, verrät dir unsere Expertin Martina Chalar.

Martina Chalar ist in Uruguay geboren und aufgewachsen. Heute lebt und arbeitet sie als Expat – so der Fachbegriff für Berufstätige im Ausland – in München: Als selbstständige HORBACH Finanz­beraterin unterstützt sie andere Expats in Deutschland bei der Organisation ihrer Finanzen. „Ich bin die Person geworden, die ich gebraucht hätte, als ich damals neu in Deutschland war“, erzählt die Finanzberaterin.

Mehr über Martinas ungewöhnlichen Weg von der Kultur- und Sprachwissenschaftlerin zur Finanzexpertin für Expats erfährst du in Folge 5 unseres neuen Podcasts „Let’s schnack! – Der HORBACH Podcast rund um Zukunft und Berufsstart“. 

Gut zu wissen: Bewerben ist kein Hexenwerk …

Wenn Martina sich heute an ihre allererste Bewerbung erinnert, muss sie lachen. Geschrieben hat sie sie noch in Uruguay, als sie einen Praktikumsplatz suchte: „Ein Word-Dokument ohne Foto – eine echte Katastrophe!“ Inzwischen gehört das Recruiting zu Martinas Tagesgeschäft. Sie ist ein Profi in Sachen Bewerbung geworden. Und sie ist sich absolut sicher: Jede*r kann erfolgreiche Bewerbungen schreiben.

… sondern zunächst einmal ein solides Handwerk

Wichtig ist jedoch, dass man weiß, wie’s geht – dass man also die Dos and Don’ts im Recruiting-Prozess kennt.

Dazu gehört zuallererst, dass deine Bewerbung keine Lücken und Formfehler enthält. Das sind natürlich Basics, die du sicher schon hundertmal woanders gehört und gelesen hast – aber hier noch mal eine kurze Übersicht. Was alles zu einer vollständigen Bewerbung gehört, verrät dir unter anderem die Bundesagentur für Arbeit:

  • Anschreiben (maximal 1 Seite DIN A4)
  • optional: Deckblatt (wenn, dann mit Foto)
  • Lebenslauf (tabellarisch, maximal 2 Seiten DIN A4, wenn kein Deckblatt verwendet wird: mit Foto)
  • Anlagen – Zeugnisse und gegebenenfalls weitere Nachweise

Auch darüber, wie du ein Anschreiben am besten aufbaust und was alles in deinen Lebenslauf gehört, findest du im Netz jede Menge Tipps. Die Industrie- und Handelskammern (IHK) zum Beispiel stellt dir sogar kostenlose Muster und Schreibvorlagen zur Verfügung. Wichtig ist, dass du die Formulierungen daraus nicht eins zu eins übernimmst, sondern selbst kreativ wirst. Denn unpersönliche Floskeln wie „Mit großem Interesse habe ich Ihre Stellenausschreibung gelesen“ kommen in aller Regel nicht gut an. Stattdessen sollte dein Anschreiben möglichst viel von deiner Persönlichkeit zeigen.

Mach dich schlau!

Checkliste abgearbeitet? Prima! Nun geht es darum, die Entscheiderinnen und Entscheider davon zu überzeugen, dass du auch weißt, worum es geht. Soll heißen: dass du eine Vorstellung davon hast, bei wem du dich gerade bewirbst und was der Job in etwa von dir verlangt.

Auf den Internetseiten des Unternehmens kannst du dich darüber informieren, was deinem Gegenüber wichtig ist. Mach dich mit den Werten oder der Firmenphilosophie vertraut, schau dir an, welche Meilensteine es in der Unternehmensgeschichte gab. Typische Bezeichnungen für die entsprechenden Rubriken im Internetauftritt sind unter anderem „Unser Unternehmen“, „Wer wir sind“/„Das sind wir“ oder „Firmengeschichte“.

Profitipp: Wenn du direkt bei deiner Wunschfirma keine genaue Stellenbeschreibung findest, schau mal, ob das Netz ähnliche Ausschreibungen anzeigt, in denen du mehr zum Jobprofil erfahren kannst. Je besser du informiert bist, desto überzeugender kannst du im Anschreiben schildern, warum du und niemand anders perfekt für den Job ist.

Das gewisse Etwas … bist du selbst.

Im letzten Schritt ist es wichtig, das Ganze so zu gestalten, dass es aus der Masse der Bewerbungen hervorsticht – je nach dem Bekanntheitsgrad des Unternehmens können das schon mal mehrere Hundert sein.

Und hierbei lautet der wichtigste Rat wie folgt: Sei authentisch!

Was bedeutet das? Es spricht überhaupt nichts dagegen, deine Bewerbung kreativ zu gestalten. Du willst eine Website entwerfen oder ein spritziges Video produzieren? Go for it! Wichtig ist jedoch, dass das Ganze dich als Person widerspiegelt. Es nützt zum Beispiel wenig, wenn du dir dabei helfen lässt, ein witziges Video zu erstellen, du aber eigentlich gar nicht der Typ bist, der gern vor der Kamera steht. Denn erfahrene Recruiter merken das sofort.

Ebenfalls wichtig: Die Werte des Unternehmens sollten zu deinen eigenen passen, vor allem, wenn du langfristig dort arbeiten willst. Um es mal etwas drastisch zu formulieren: Als Veganer wirst du auf Dauer in einem Fleisch verarbeitenden Betrieb nicht glücklich sein – auch dann nicht, wenn es dir gelingen sollte, im Bewerbungsgespräch einen anderen Eindruck zu vermitteln. Indem du authentisch bist, tust du vor allem dir selbst einen Gefallen.

Ein paar Ideen, wie du deiner Bewerbung einen kreativen Touch verleihst

Du möchtest dich ausprobieren und deine Bewerbung kreativ gestalten? Mach das – solange das Ganze zu deiner Persönlichkeit passt, kannst du damit positiv auffallen. Hier ein paar Ideen: 

  • Gestalte deinen Lebenslauf als Zeitstrahl. Gern dürfen hier auch grafische Elemente einfließen – wenn du auch sonst ein Händchen dafür hast.
  • Dasselbe gilt für den Vorschlag, deine Bewerbung im Corporate Design zu gestalten. Wenn das gut gemacht ist, kann es für einen echten Wow-Effekt sorgen.
  • Eine eigens kreierte Website kann ebenfalls einen bleibenden Eindruck hinterlassen. So berichtet der „Spiegel“ von einem Mann aus Paris, der eine Website erstellte, die dem Onlinehändler Amazon nachempfunden war. Darin bot er sich selbst als Produkt an, wandelte seine Referenzen in Produktbeschreibungen um und gestaltete die Aussagen aus seinen Arbeitszeugnissen wie Kundenbewertungen. Zu ihm passte das perfekt, da er sich als Online-Produktmanager bewarb.
  • Auch Produktverpackungen, in denen die Bewerbung überreicht wird, können eine gute Idee sein.
  • Mithilfe von Mindmaps kannst du deine Fähigkeiten, aber auch deine Visionen gut darstellen.

Für welche Form auch immer du dich entscheidest: Wichtig ist, dass deine Bewerbung klar strukturiert ist und deinem Gegenüber vermittelt, wer du bist und was du kannst.

Stichwort Digitalisierung

Dass wir im Zeitalter der Digitalisierung leben, hat selbstverständlich auch Auswirkungen auf die Recruiting-Prozesse. So ist es heute eher unüblich, Bewerbungsmappen in Papierform zu verschicken. Stattdessen erfolgt das Gros der Bewerbungen ausschließlich online – entweder per Mail oder über spezielle Tools, die die Unternehmen zur Verfügung stellen.

Häufig ist am Ende einer Stellenausschreibung vermerkt, auf welchem Wege Bewerbungen gewünscht werden. Es versteht sich von selbst, dass du danach Ausschau halten und diesem Wunsch unbedingt nachkommen solltest.

Solltest du dich per E‑Mail bewerben, haben sich die folgenden Dinge bewährt:

  • Versende Anlagen am besten als PDFs oder JPGs. Andere Formate, vor allem Textdateien, könnten von den E‑Mail-Providern automatisch ins Spam-Fach verschoben werden.
  • Achte darauf, dass die Anlagen insgesamt nicht zu groß sind, weil auch das dazu führen kann, dass deine Mails bouncen.
  • Wenn du Videos versenden willst, nutze dafür am besten eine cloudbasierte Lösung. Kündige dies unbedingt in deiner E‑Mail an.

Und was ist mit Social Media?

Eigentlich sollte es selbstverständlich sein, dass du dir ein LinkedIn- oder Xing-Profil anlegst oder dieses auf den neuesten Stand bringst, bevor deine Bewerbung rausgeht. Wichtig bei diesen beruflichen Social-Media-Profilen, dass

  • dein Lebenslauf vollständig und up to date ist,
  • du aussagekräftige Bilder einbindest,
  • deine Beiträge beweisen, dass du regelmäßig aktiv und keine „Karteileiche“ bist.

Mit Blick auf deine privaten Social-Media-Profile – also Facebook, Instagram etc. – lohnt es sich, die öffentlich sichtbaren Inhalte einmal zu checken. Das gilt vor allem dann, wenn du dort unter deinem Klarnamen unterwegs bist. Man weiß nie, ob die Personalabteilung nicht erst mal googelt – und die Bilder von eurer Klassenreise anno dazumal sind vermutlich nicht die beste Werbung für dein heutiges Ich. Am besten setzt du deine Social-Media-Profile natürlich auf „privat“.

Profitipp: Auch die umgekehrte Google-Bildersuche kann unter Umständen so manches zutage fördern, was du besser löschst, bevor deine Bewerbung rausgeht.

Finde die richtigen Worte

Auf einen weiteren interessanten Punkt in Sachen Digitalisierung hat Martina noch hingewiesen: Unternehmen, die regelmäßig eine große Zahl von Bewerbungen erhalten, nutzen immer häufiger Algorithmen, um eine Vorauswahl zu treffen. Tatsächlich kann es passieren, dass deine Bewerbung von vornherein aussortiert wird, wenn sie bestimmte Schlüsselbegriffe nicht enthält. Wenn du dich über die Firma schlau machst, überlege dir deshalb auch passende Keywords, die du in deine Bewerbung einbaust. Weiterführende Informationen zu diesem immer wichtiger werdenden Aspekt findest du zum Beispiel hier.

Zu guter Letzt: Niemand ist perfekt

Und noch einen sehr wichtigen Rat haben erfahrene Recruiter wie Martina parat: Es gibt für keine Stelle den perfekten Bewerber oder die perfekte Bewerberin. In den Ausschreibungen werden Idealvorstellungen formuliert. Schnell entsteht dann der Eindruck: Die suchen die berühmte „Eier legende Wollmilchsau“.

Lass dich nicht davon entmutigen, wenn du nicht alle dort aufgelisteten Punkte erfüllst. Viel wichtiger sind deine Leidenschaft und dein Engagement. Wenn du bei deiner Bewerbung authentisch bist und sagst „XY kann ich noch nicht, aber ich lerne schnell und bin bereit, mir das anzueignen“, stehen die Chancen gut, dass du das Ganze trotzdem rockst. Also: Trau dir was zu und geh deinen Weg!

Du bist bereit, deinen eigenen Weg zu gehen, und möchtest gleich mal ausprobieren, ob du mit deiner Bewerbung überzeugen kannst?

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